Samstag, 21. April 2018

Webkurs im Werkhof Kukate



Am Osterwochenende habe ich etwas sehr schönes gemacht, auf das ich mich schon lange gefreut hatte: einen Schnupperwebkurs im Werkhof Kukate im wunderschönen Wendland.

Ich hatte ganz klare Vorstellungen für die dreieinhalb Tage und glücklicherweise ließ sich unsere Kursleiterin auch darauf ein. Ich webe ja schon länger auf meinem Gatterkammwebrahmen Schals mit handgesponnenem selbgefärbtem Schußgarn  in Leinwandbindung. Nun wollte ich ausprobieren, ob sich mein Garn sich auch für eine Bindung mit vier Schäften - die Köperbindung- eignet.

Daher mußte ich zuallerst eine Schalkette schären und diese auch einen freien Webstuhl aufziehen.
Beides war für mich vollkommenes Neuland und während die anderen Kursteilnehmerinnen an bereits eingerichteten Webstühlen schon fleißig die Schiffchen flitzen ließen, machte ich mir am Schärbrett zu schaffen. Nach einiger Zeit bereute ich, daß ich den angebotenen Schärbaum abgelehnt hatte. Ich hätte nicht für möglich gehalten, daß ich so lange für die 200 Fäden mit 2,30m Länge brauchen würde.
Mit Hilfe der Kursleiterin konnte ich die dunkelgrüne Baumwollkette dann relativ schnell aufziehen.
Anschließend mußten noch 2 der 4 Schäfte des Kontermarschwebstuhls angebunden werden. Damit war ich nun restlos überfordert und wieder mußte die Kursleiterin ran.
Hier bindet sie die Tritte in einem der größeren Kontermarschwebstühle an:


Als ich dann endlich mit dem Weben beginnen konnte, war ich ein weiteres Mal überrascht, wie schwer es mir fiel, die Hände und Füße zu koordinieren. Da ich vorher noch nie mit einem Handschützen gearbeitet hatte, mußte ich erstmal erkunden, wie man das Garn aufspuhlt und wie es sich - vor allem an den Ecken - verhält. Da ist ja weder Schlaufenbildung noch zu starker Zug erwünscht. Gleichzeitig müssen die Füße die richtigen Tritte in der richtigen Reihenfolge finden und auch zum richtigen Zeitpunkt nach unten treten....und ich hatte nur vier. Es gibt durchaus auch Muster, bei denen man 10 oder 12 Tritte bewältigen muss.


Nach einiger Zeit kam ich dann doch ganz gut mit der Koordination zurecht und es begann, mir Spaß zu machen. Am schönsten wurde es - natürlich - auf den letzten 20cm. Da hatte ich mich dann richtig "eingewebt" und hätte gerne einfach immer weiter gemacht.



Ich hätte auch an einem der anderen großen Webstühle, zum Teil mit Schnellschuß weben können. 
Aber ich hatte mir ja noch ein weiteres Ziel gesetzt, ich wollte an einem kleinen Musterwebstuhl mit Handhebeln weben. Da war die Kette zum Glück schon drauf und ich konnte ganz entspannt verschiedenen Muster mit vier Schäften ausprobieren.
Am letzten Tag gab es dann eine kleine Werkschau und jede  Teilnehmerin zeigte ihre Gewebe. Es sind sehr schöne Ergebnisse dabei gewesen und ich glaube, alle waren überrascht, daß sie so etwas Schönes geschafft hatten.




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