Montag, 26. Oktober 2015

Wollpause

"Schnuffel" mit 67g (im Vergleich dazu die Erbse)

Lange habe ich nichts von mir hören lassen. Das war keine geplante und offiziell bekanntgegebenen Blogpause. Es gab mehrere Ereignisse in unserer Familie, die mir einfach keine Zeit ließen und meinen ganzen Einsatz forderten. 
Dazu kam noch eine Überraschung der ganz besonderen Art, die mich in den letzten Wochen auf Trapp hielt: mir sind acht Igelkinder "zugelaufen"! Es sind eigentlich Waisenkinder, deren Igelmama völlig entkräftet gestorben ist. Leider konnte ich ihr nicht mehr früh genug helfen und das nicht zuletzt aus mangelnder Kenntnis.


 Erst jetzt im Nachhinein erkannte ich auf diesem Foto, daß sie  total abgemagert ist , was man daran sieht, daß sie einen "Hals" hat. Gesunde Igel sind tropfenförmig, von der Nase bis zum Po.
Ich hatte sie immer wieder mit einem oder zwei von den Kleinen tagsüber im Hof gesehen, fand sie niedlich, nichtsahnend, daß Tagaktivität bei Igeln ein Zeichen für Krankheit ist. Obwohl ich mit Katzenfutter zugefüttert habe, war ihr nicht mehr zu helfen. Der Gang zum Tierarzt und eine zu frühe Entwurmung mit dem falschen Mittel gaben ihr den Rest. Erst danach erfuhr ich, daß viele Tierärzte ganz selten gut über Igel Bescheid wissen und viele Medikamente, die für Haustiere geeignet sind, Igel umbringen können.

Wenn euch jetzt im Herbst ein hilfsbedürftiger Igel, vielleicht sogar ein Igelkind, über den Weg läuft, schaut bitte auf die Seite von pro igel, dort wird sehr fachkundig erklärt, welche Igel tatsächlich Hilfe brauchen und wie diese zu leisten ist. Rat und Hilfe gibt es auch hier.

Wenn ihr Glück habt, gibt es in der Nähe eine Igelstation, die sind derzeit meistens alle schon ziemlich voll, stehen einem aber mit Rat und Tat zur Seite. Der Gang zum Tierarzt kann nicht empfohlen werden, zu viele Beispiele zeigen, daß die routinemäßige Entwurmung mit Spot-on Präperaten sehr oft zum Tod des Igeln führt!!

Grundsätzlich sind alle Igelkinder, die jetzt noch unter 500g wiegen, nicht in der Lage, den Winter draußen zu überstehen und alle Altigel, die jetzt tagsüber herumlaufen, brauchen Hilfe, da sie entweder krank, verletzt oder unterernährt sind.
Diese beiden Kleinen wogen am Anfang um die 70g ! Später fand ich dann fast jeden Tag einen oder zwei Stachelritterlein an meiner Futterstelle, alle noch zu klein um den Winter draußen zu überstehen.
Hier seht ihr nun meine Jungspunde in ihrer Schlafkiste. Noch kuscheln sie alle miteinander und auch an den Näpfen gibt es keine Zankerei, aber bald könnte es sein, daß sie nicht mehr miteinander auskommen und dann fliegt die Igel-WG auf.
Nummer Acht, der Größte von ihnen, hat sich in wenigen Tagen so gut gepäppelt, daß er jetzt  mit hoffentlich bald 700g wieder ins Freie darf. Dort wird er von mir noch weitergefüttert, damit er nicht zu schmal in den Winterschlaf geht und womöglich im Frühjahr nicht wieder aufwacht.
So richtig stillhalten ist auch nicht drin !

Kommentare:

  1. Schön wieder von dir zu lesen. Wie ist das eigentlich mit den Stacheln? Bzw. wie fasst man den einen Igel an, falls man mal einen Tierarzt bringen muss?
    Liebe Grüße
    Anja

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    1. Also wie gesagt, zum Tierarzt lieber nicht...Anfassen ist bei "wilden" großen Igeln am besten mit Handschuhen möglich bzw. in ein Handtuch rollen. Bei meinen flohfreien Kleinkindern kann ich auch schon mal unter den Bauch fassen, da sind sie ganz weich, sonst aber auch Handschuhe.

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  2. Danke für diesen Bericht.

    LG Ate

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  3. Ich habe vor einigen Jahren mit unserem Fundigel gute Erfahrungen mit dem Tierschutzverein gemacht. Oft gibt es dort jemanden, der sich schon mit der Igelpflege auskennt und kompetent weiter helfen kann.
    Alles Gute für Dich und Deine Igelschar!

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    1. Danke für den Tip, ich werde mal hier bei uns nachfragen.

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